In meinen 13 Jahren im Motorsport und mehr als 9 Jahren als Fahrlehrer auf Rennstrecken haben über 10.000 Fahrer meine Trainingskurse absolviert. Und in dieser Zeit ist mir eines aufgefallen: Je sicherer jemand in seinen Fähigkeiten ist, desto überraschter ist er nach der ersten Runde mit mir als Beifahrer.
Sehr oft kommen die Teilnehmer mit der Überzeugung zum Training, dass sie die Möglichkeiten ihres Autos bereits gut kennen. Doch schon nach wenigen Minuten stellen sie immer wieder dieselbe Frage
— Moment mal, mein Auto kann so toll fahren?

Und das passiert nicht nur Anfängern. Besitzer verschiedener Sportwagen reagieren genau so. Der größte Irrtum der meisten Fahrer besteht darin, dass sie das Auto als Einschränkung betrachten. Aber glauben Sie mir, es kann sehr viel. In der Praxis liegt die Einschränkung meist hinter dem Lenkrad. Die meisten Menschen nutzen nicht einmal einen Bruchteil des Potenzials ihres Autos – nicht, weil das Auto zu mehr nicht fähig wäre, sondern weil sie nie gelernt haben, den Blick, die Fahrlinie und die Balance des Autos richtig einzusetzen.
Im Laufe meiner langjährigen Arbeit bin ich zu einer einfachen Erkenntnis gelangt: Die meisten Fahrer unterschätzen nicht sich selbst, sondern ihr eigenes Auto, und wollen immer nur ein noch coolereres Modell kaufen. Doch der Schwerpunkt muss auf den eigenen Fähigkeiten liegen.
Genau deshalb lautet die häufigste Frage nach dem Training immer gleich:
– Kann mein Auto wirklich so fahren?
Ja. Das kann es. Die Frage ist nur, wie gut der Fahrer sein Auto versteht und ob seine Fähigkeiten es zulassen, das volle Potenzial des Autos auszuschöpfen.

