Zum Inhalt springen
Owtschinnikow

BMW 316 nach über 30 Jahren im Lech geborgen: Schrotthändler zerstört seltenen Oldtimer aus Versehen

Rekonstruktion des im Lech versenkten roten BMW 316 Typ E21 Auto-News

Ein Urlauber entdeckte das 1978 gebaute Autowrack zufällig beim Baden im Lech.

Ein Urlauber stieß beim Schwimmen im Rückstau des Dessauer Wehrs bei Bernbeuren auf ein versunkenes Hindernis. Unter der Wasseroberfläche des Lechs lag ein vollständiges Autowrack.

Die Feuerwehr Bernbeuren zog das Fahrzeug mithilfe eines Traktors ans Ufer. Die Motorhaube war nach den Jahrzehnten unter Wasser vollständig mit Algen und Gras bedeckt.

Die Polizei rekonstruierte mithilfe von KI den BMW, wie er einmal aussah, mitsamt Kennzeichen. Nach einer Verwechslung am Schrottplatz ist der Youngtimer jetzt ein Schrottknäuel.
Die Rekonstruktion zeigt das ursprüngliche Aussehen des geborgenen BMW 316.

Ermittler vermuten Diebstahl vor über 30 Jahren

Bei dem Fund handelt es sich um einen korallroten BMW 316 der Baureihe E21 mit dem Baujahr März 1978. Am Heck befand sich noch das Kennzeichen OAL-XU55 aus dem Landkreis Ostallgäu.

Informationen über den letzten Halter existieren in den Behördensystemen nicht mehr. Da die Plakette der Abgasuntersuchung im August 1990 ablief, vermutet die Polizei eine Versenkung nach einem Diebstahl zwischen 1988 und 1990.

Die Polizeiinspektion Schongau bat Zeugen um Hinweise zu damaligen Vorfällen. Eine Strafverfolgung findet nicht mehr statt, da eventuelle Straftaten längst verjährt sind.

Bagger walzt Sammlerstück versehentlich platt

Oldtimer-Liebhaber Peter Wirsching sicherte sich das Fahrzeug für seine Oldtimerfabrik in Neu-Ulm. Doch beim Schrotthändler, auf dessen Gelände der Wagen zwischengelagert war, kam es zu einem fatalen Fehler.

Der Händler verwechselte den seltenen 3er-BMW mit einem anderen Altfahrzeug und fuhr mit einem Bagger über die Karosserie. Wirsching nimmt die Zerstörung pragmatisch: Das Heck sehe nun aus wie mit Strahltriebwerken bestückt und diene fortan als Kunstobjekt.

Peter Wirsching hatte bereits den Manta in seine Oldtimerfabrik geholt (Kreis). Der Dreier BMW (links) ist nach dem Malheur am Schrittplatz für ihn jetzt ein „Kunstwerk“.
Peter Wirsching übernahm den deformierten BMW nach dem Vorfall auf dem Schrottplatz.

Eine Freiluft-Galerie für versenkte Autowracks

Der zerstörte BMW 316 ist nicht das einzige Flusswrack auf dem Gelände in Neu-Ulm. Bereits im Mai wurde ein Opel Manta aus den 1970er-Jahren aus der Donau geborgen und dort ausgestellt.

Dritter Fund: Opel Vectra aus der Donau

Ein weiteres Ausstellungsstück stammt aus einem DLRG-Taucheinsatz bei Leipheim, wo Einsatzkräfte einen Opel Vectra in vier Metern Tiefe entdeckten. Auch bei diesem Fahrzeug war die TÜV-Plakette seit mehr als zwei Jahrzehnten abgelaufen.

Wirsching plant zwischen zwei Hallen eine Art Boxengasse für bis zu zehn geborgene Wasser-Wracks. Interessierte können die Fahrzeuge auf der Freifläche der Oldtimerfabrik in der Leisingerstraße 5 in Neu-Ulm täglich zwischen 6 und 22 Uhr besichtigen.

Bleiben Sie informiert
Diese Quelle bei Google bevorzugen

Das könnte Sie auch interessieren

Lies die Beeps! Verpassen Sie nicht die kurzen Zusammenfassungen des Tages
BMW 316 nach über 30 Jahren im Lech geborgen: Schrotthändler zerstört seltenen Oldtimer aus Versehen