Doppelter Umsatz pro Fahrzeug: Mahle-Chef über den globalen E-Lkw-Markt
Auto-News
Der Stuttgarter Automobilzulieferer Mahle richtet sich auf den Markt für Elektro-Lkw aus.
Das Rennen um die Elektrifizierung des weltweiten Lastwagen-Marktes ist nach Ansicht von Mahle-Chef Arnd Franz noch völlig offen. Auf der Branchenmesse IAA Transportation in Hannover sprach der Manager von einem bevorstehenden „Wettbewerb der Giganten“.
Im Nutzfahrzeugsegment stehe die Transformation zu alternativen Antrieben noch in einem deutlich früheren Stadium als im Pkw-Bereich. Entsprechend werden die weltweiten Marktanteile gerade erst neu verhandelt.
Automobilzulieferer Mahle
Chinas Batterie-Vorteil trifft auf europäische Netze
Bislang dominieren europäische Nutzfahrzeughersteller weite Teile der globalen Märkte, während chinesische Anbieter vor allem im eigenen Land stark sind. Mit dem Hochlauf von Elektro-Lkw könnten sich diese Kräfteverhältnisse jedoch verschieben.
Ein entscheidender Faktor ist dabei die Wertschöpfungskette für Batterien, die sich gegenwärtig fast vollständig in chinesischer Hand befindet. Dennoch sieht Franz klare Wettbewerbsvorteile auf europäischer Seite.
Entscheidend seien passgenaue Fahrzeuge für hiesige Logistikunternehmen sowie ein verlässliches Händler- und Servicenetzwerk. Für neue Marktteilnehmer aus dem Ausland sei der europäische Nutzfahrzeugmarkt traditionell schwer zu erschließen.
Wachstumspotenzial bei alternativen Antrieben
Mahle erwirtschaftet rund 20 Prozent seines Gesamtumsatzes mit Komponenten für Nutzfahrzeuge. Der Zulieferer rechnet weltweit mit jährlichen Marktwachstumsraten von mehr als drei Prozent und plant, dieses Wachstum zu übertreffen.
Automobilzulieferer Mahle
Höhere Erlöse pro Elektro-Nutzfahrzeug
Der technologische Wandel bietet dem Stuttgarter Konzern deutliche Hebel: An einem batterieelektrischen Lkw erzielt Mahle fast doppelt so viel Umsatz pro Fahrzeug wie an einem vergleichbaren Dieselmodell.
Sollten im kommenden Jahrzehnt vermehrt Lkw mit Wasserstoff-Brennstoffzelle auf den Markt kommen, steigt das Erlöspotenzial pro Fahrzeug nach Unternehmensangaben noch weiter an.
Internationale Expansion und Geschäftszahlen
Neben höheren Marktanteilen in China setzt Mahle auf das anhaltende Wirtschaftswachstum in Indien. Gleichzeitig gehört das Ringen mit asiatischen Zulieferern zu den intensivsten Wettbewerbsfeldern des Konzerns.
Im Geschäftsjahr 2025 lag der Umsatz von Mahle bei rund 11,26 Milliarden Euro nach 11,68 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Konzernergebnis belief sich auf 20 Millionen Euro nach zuvor 22 Millionen Euro.
Nach vorangegangenen Verlustjahren und umfassenden Sparprogrammen mit Stellenabbau erzielte das Unternehmen damit das dritte profitable Jahr in Folge.
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