GM-Motor-Debakel: Behörden untersuchen erneut den 6,2-Liter-V8
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General Motors steht wegen anhaltender Probleme beim 6,2-Liter-V8 unter Druck.
Erneute Untersuchung: GM-V8 bereitet Sorgen
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat eine technische Untersuchung gegen General Motors eingeleitet. Im Fokus steht der 6,2-Liter-V8-Motor (Typ L87). Betroffen sind nahezu eine Million Pick-ups und SUVs der Modelljahre 2021 bis 2026, darunter Modelle wie der Cadillac Escalade, der Chevrolet Silverado 1500 und der GMC Yukon.
Der Grund für das Verfahren ist alarmierend: Trotz bereits durchgeführter Rückrufmaßnahmen meldeten 499 Fahrzeughalter erneut Motorschäden. Die NHTSA prüft nun, ob die damaligen Reparaturansätze wirkungslos waren und warum es auch bei später produzierten Motoren zu Ausfällen kommt.
Motortausch oft ohne Erfolg
Bereits im vergangenen Jahr rief GM über 600.000 Fahrzeuge wegen potenzieller Motorschäden in die Werkstätten. Damals lautete die Anweisung an die Händler: Bei unauffälliger Prüfung sollte lediglich ein Wechsel zu zähflüssigerem Öl erfolgen, bei Schäden wurden Bauteile oder das komplette Aggregat getauscht.
Die aktuelle Datenlage zeigt jedoch eine besorgniserregende Bilanz: Rund 500 Besitzer berichten von Defekten nach der Durchführung der Rückrufmaßnahme. In 26 Fällen versagten sogar die bereits als Ersatz eingebauten Austauschmotoren vollständig.
Warum ist der L87 anfällig?
Der L87 gehört zur „Generation V“-Small-Block-Familie. Eine technische Besonderheit ist das komplexe „Dynamic Fuel Management“, das die Zylinderabschaltung im Vergleich zum Vorgänger deutlich flexibler steuert. Was als Effizienzsteigerung geplant war, führt im Alltag zu einer enormen Beanspruchung von Ölkreislauf, Lagern und Regelstrategien.

Analysen deuten auf Fertigungsabweichungen hin, die den Motor zur Schwachstelle machen. Insbesondere an Pleueln und in Ölkanälen wurden Ablagerungen festgestellt. Zudem liegen Maße von Kurbelwellen teils außerhalb der Herstellerspezifikationen, was zu Schäden an Kurbeltrieb und Lagern führt.
Reparaturstau und Vertrauensverlust
Die Untersuchung der NHTSA trifft einen empfindlichen Nerv. Der V8-Motor galt lange Zeit als Inbegriff der Zuverlässigkeit. Der Rückruf löste zudem massive logistische Probleme aus: Gewerbliche Nutzer litten unter Ersatzteilmangel und wochenlangen Ausfallzeiten ihrer Fahrzeuge.
Die Behörden hinterfragen nun den gesamten Reparaturansatz von General Motors. Für den Autobauer kommt das zur Unzeit: Während die NHTSA ermittelt, arbeitet das Unternehmen bereits an einer neuen Generation von Small-Block-V8-Motoren, die ab 2027 in Produktion gehen soll.
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