Nach 22 Prozent Kursverlust: Volkswagen fliegt offiziell aus dem EuroStoxx 50
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Volkswagen scheidet aus dem europäischen Börsenbarometer EuroStoxx 50 aus.
Für den Volkswagen-Konzern markiert dieser Freitag eine historische Zäsur. Nach Börsenschluss verliert der Wolfsburger Autoriese seinen festen Platz im EuroStoxx 50 und scheidet damit offiziell aus der ersten Liga der europäischen Börsenschwergewichte aus.
Der Indexanbieter ISS Stoxx hatte den Schritt bereits Anfang September angekündigt. Der Abstieg bedeutet für den Konzern vor allem einen empfindlichen Prestigeverlust auf den internationalen Finanzmärkten.
Dramatischer Kursverfall drückt Marktkapitalisierung
Der Ausschluss ist das direkte Ergebnis einer anhaltenden Talfahrt an der Börse. Weil die frei handelbare Marktkapitalisierung das maßgebliche Kriterium für die Indexzusammensetzung darstellt, reichte das Börsengewicht von VW nicht mehr aus.
Die VW-Aktie verlor seit Jahresbeginn knapp 22 Prozent an Wert. Über einen Zeitraum von fünf Jahren summiert sich das Minus sogar auf fast 60 Prozent.
Im Zuge der regulären Überprüfung verlässt neben VW auch der Informationsdienstleister Wolters Kluwer das Barometer. Neu in den EuroStoxx 50 aufgenommen werden der französische Energieversorger Engie sowie der finnische Telekommunikationsausrüster Nokia.

Wachsende Unsicherheit im Werk Baunatal
Die Nachricht trifft vor allem die Belegschaft in Nordhessen. Das Volkswagen-Werk Kassel in Baunatal ist mit rund 16.000 Mitarbeitern der größte industrielle Arbeitgeber der Region.
Das Komponentenwerk befindet sich mitten in der Transformation hin zur Elektromobilität. Der Index-Abstieg verringert zwar nicht sofort das operative Tagesgeschäft, schwächt jedoch die Sichtbarkeit bei internationalen Großinvestoren spürbar.
Konzern plant Rendite von bis zu zehn Prozent
Das Management in Wolfsburg versucht unterdessen, die Wogen zu glätten. Ein Anfang September gestarteter Zukunftsplan soll den Konzern wieder auf Kurs bringen.
- Nachhaltige Senkung der Fixkosten in allen Bereichen
- Beseitigung von internen Doppelstrukturen
- Steigerung der operativen Umsatzrendite auf acht bis zehn Prozent bis 2030
Für die Beschäftigten in Baunatal bleibt vorerst unklar, welche konkreten Einschnitte das Sparprogramm für ihren Standort mit sich bringt. Die Konzernführung hofft, durch die Umstrukturierung mittelfristig wieder die Kriterien für eine Rückkehr in den EuroStoxx 50 zu erfüllen.
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