BMW M2 Competition Öl-Temperatur von 120 °C – noch im Normbereich oder schon gefährlich?
Mein BMW M2 Competition beim planmäßigen Ölwechsel. Alle in diesem Artikel beschriebenen Erfahrungen basieren auf diesem Fahrzeug.
Eine der häufigsten Fragen unter Besitzern eines BMW M2 Competition F87 betrifft die Öltemperatur. Viele geraten in Panik, wenn sie auf dem Armaturenbrett 110–120 °C sehen, und glauben, der Motor würde überhitzen.
Nach mehreren Jahren im Einsatz meines BMW M2 Competition, zahlreichen Track-Tagen und Drift-Sessions bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass es in den meisten Fällen keinen Grund zur Sorge gibt. Ich werde berichten, welche Temperaturen ich persönlich beobachtet habe, wie sich der S55-Motor unter verschiedenen Bedingungen verhält und was man tatsächlich tun sollte, wenn die Öltemperatur zu steigen beginnt.
110 °C im Stadtverkehr – völlig normal. Im Sommer, besonders im Stau, kann die Öltemperatur problemlos 110 °C erreichen. Für den S55-Motor ist das eine völlig normale Betriebstemperatur. Nach einer Weile schalten sich die Lüfter ein, und die Temperatur sinkt allmählich. Genau so ist es vom BMW-Werk vorgesehen.
Im Winter kann die Temperatur natürlich etwas niedriger sein, aber das hängt ganz von der Außenlufttemperatur, der Fahrdauer und der Motorbelastung ab.
Ein Lifehack, den nicht alle Besitzer kennen!
Es gibt eine interessante Besonderheit des BMW M2 Competition, die bei weitem nicht alle Besitzer kennen. Wenn man während der Fahrt im Stau den Modus Sport Plus aktiviert, wechselt das Fahrzeug automatisch in einen aggressiveren Kühlmodus.

Das hört man sofort – die Lüfter laufen deutlich intensiver. Ich selbst habe diesen Trick im Sommer mehrmals angewendet, als ich lange im Stau stand. Die Öltemperatur begann nach dem Aktivieren von „Sport Plus“ vor meinen Augen allmählich zu sinken; ich hatte damals noch ein M Performance-Lenkrad, auf dem genau die Werte für die Öl- und Kühlmitteltemperatur direkt vor meinen Augen angezeigt wurden.
Auf der Rennstrecke kühlt der Motor sogar noch besser
Viele glauben, dass der Motor gerade auf der Rennstrecke die höchsten Temperaturen erreicht. Meiner Erfahrung nach ist genau das Gegenteil der Fall. Bei hoher Geschwindigkeit strömt ständig ein starker Luftstrom durch die Kühler, sodass das Kühlsystem deutlich effizienter arbeitet als im Stau.

Während der gesamten Nutzungszeit habe ich noch nie erlebt, dass das serienmäßige Kühlsystem des S55-Motors nicht ausgereicht hätte. Das Auto „atmet“ dort hervorragend.
Daher sehe ich persönlich keine Notwendigkeit, zusätzliche Kühler einzubauen oder das Kühlsystem eines Serienfahrzeugs in irgendeiner Weise zu modifizieren.
Das Maximum, das ich persönlich beobachtet habe, lag bei etwa 120 °C
Die höchste Öltemperatur, die ich gemessen habe, betrug etwa 120 °C. Dies geschah jedoch nicht während einer normalen Fahrt auf der Rennstrecke.
Diese Temperatur trat während einer intensiven Drift-Session auf, als der Motor etwa eineinhalb Minuten lang praktisch ununterbrochen im Drehzahlbereich des 2. und 3. Gangs lief und ständig geschaltet wurde. Danach habe ich bewusst das Tempo gedrosselt.
Nicht, weil ich 120 °C als kritische Temperatur ansah, sondern weil ich keinen Sinn darin sah, den Motor weiterhin so stark zu belasten.
Ich wechselte einfach in einen ruhigen Fahrmodus, schaltete in höhere Gänge und ließ den Motor allmählich abkühlen. Die wichtigste Regel, an die ich mich halte, lautet: nicht direkt nach einer starken Belastung anzuhalten.
Solange das Auto fährt, werden die Kühler ständig vom Gegenluftstrom umströmt, und der Motor kühlt sich viel effektiver ab.
Sollte man einen Thermostat mit früherer Öffnung einbauen?
Einige BMW-Besitzer bauen Sportthermostate ein, die früher öffnen und die Betriebstemperatur des Motors senken.

Ich persönlich bin der Meinung, dass man das bei einem serienmäßigen BMW M2 Competition nicht tun sollte. Die Ingenieure von BMW haben die Motorleistung genau auf diese Betriebstemperatur ausgelegt.
Eine Änderung der Temperatur wirkt sich nicht nur auf die Kühlung aus, sondern auch auf die Ölviskosität, den Öldruck und die allgemeine Motorleistung.
Wenn das Fahrzeug in der Serienkonfiguration ohne extreme Modifikationen genutzt wird, würde ich das werkseitige System unverändert lassen.
Welches Öl verwende ich?
Zunächst fuhr ich mit Ravenol RUP 5W-40. Später empfahlen mir die Experten von Ravenol, auf Ravenol RCS 5W-40 umzusteigen.

Während der gesamten Nutzungszeit traten bei mir keinerlei Probleme mit dem Motor auf. Am interessantesten sind die Ergebnisse der Laboranalyse des Öls. Nach etwa 7.000 Kilometern Laufleistung, einschließlich Track-Tage und Drift, zeigte die Analyse, dass das Öl seine Schmiereigenschaften nicht verloren hatte und den Motor weiterhin umfassend schützte.
Für mich war dies eine gute Bestätigung dafür, dass das gewählte Öl hervorragend für den Betrieb des S55-Motors geeignet ist, selbst unter hoher Belastung.
Wenn Sie zum ersten Mal 110 oder sogar 120 °C auf dem Armaturenbrett sehen, bedeutet das noch nicht, dass der Motor überhitzt ist.
Meiner Erfahrung nach bewältigt das serienmäßige Kühlsystem des BMW M2 Competition selbst den intensiven Einsatz auf der Rennstrecke hervorragend.
Das Wichtigste ist, den Motor vor der Belastung richtig warmzulaufen, ihn nicht unnötig zu überlasten und ihm nach intensiver Fahrt die Möglichkeit zu geben, während der Fahrt in Ruhe abzukühlen.
Dies sind meine persönlichen Erfahrungen mit dem BMW M2 Competition auf öffentlichen Straßen, bei Track-Tagen und Drift-Veranstaltungen. Sie ersetzen nicht die Empfehlungen von BMW, zeigen aber, wie sich das Fahrzeug unter realen Bedingungen verhält – und nicht nur in der Theorie.
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