Nach 70.000 km: Der verrückteste Test mit dem elektrischen BMW i3s, den ich je durchgeführt habe
Realität & Mythen
Aufladen des BMW i3s im Winter bei Schneefall. Frost wirkt sich auf die Reichweite und die Ladegeschwindigkeit aus, daher ist es im Winter besonders wichtig, die Reichweite zu berücksichtigen.
Ich fahre praktisch jeden Tag Sportwagen – entweder mein Lieblingsauto, einen BMW M3 E92, oder Dienstsportwagen auf der Rennstrecke, denn mein Alltag spielt sich auf Rennstrecken ab. Und dennoch war der BMW i3s viele Jahre lang mein Stadtauto; in diesen Jahren habe ich damit 70.000 km zurückgelegt. Und ja: Einmal im Winter habe ich ihn ins Schleudern gebracht, und diese Tatsache hat sogar mich selbst überrascht.
Wie dieses Auto in mein Leben kam
Ein BMW i3s aus dem Jahr 2021, ein vollelektrisches Auto. Kein Hybrid – nur Elektro. Man muss das Auto nicht erst richtig warmlaufen lassen und dafür Zeit verschwenden, man setzt sich einfach rein und fährt los.
Was mich vom ersten Tag an überzeugt hat: Das Auto ist praktisch wartungsfrei. Während der gesamten Nutzungsdauer gab es keinen Ölwechsel, keine Wartung des Getriebes, wie wir es gewohnt sind, und keine Zündkerzen.
Nur Verbrauchsmaterialien – Filter, Bremsflüssigkeit und mit der Zeit Reifen. Die Bremsbeläge waren neuwertig, denn wer schon einmal mit der Rekuperation gefahren ist, weiß: Das Auto bremst von selbst, und die mechanischen Bremsen muss man fast gar nicht benutzen.
Was der i3s im Betrieb tatsächlich kostet
Wir haben zu Hause aufgeladen – an einer normalen Steckdose mit dem originalen BMW-Ladekabel. Die monatliche Stromrechnung war so gering, dass die Kosten in etwa denen für eine volle Tankfüllung Benzin pro Monat bei einem Verbrennungsmotor entsprachen.
Im Vergleich zu einem Auto mit Verbrennungsmotor ist die Rechnung eindeutig: kein Kraftstoff, kein Motoröl, keine teuren Inspektionen alle 10.000 km. Der BMW i3s kostet im Betrieb um ein Vielfaches weniger als ein vergleichbares Benzinauto – das merkt man, ehrlich gesagt, jeden Monat.
Reichweite: ehrliche Zahlen nach 70.000 km
Hier beschreibe ich, was tatsächlich passiert – die realen Zahlen. Im Sommer, bei Temperaturen über 20 Grad, zeigt der i3s eine Reichweite von etwa 260–280 Kilometern an. Genau diesen Wert haben wir bei unserem Fahrstil erreicht. Für die täglichen Fahrten in der Stadt ist das mehr als ausreichend.
Im Winter sieht es anders aus. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt sinkt die tatsächliche Reichweite auf etwa 160–180 Kilometer. Auf den ersten Blick klingt das nicht schlecht, aber wenn man etwas weiter fahren muss, reicht die Reichweite nicht aus und man muss das Auto an speziellen Ladestationen aufladen, was im Vergleich zu Tankstellen nicht so schnell geht. Das ist ein echter Nachteil: Bei langen Überlandfahrten im Winter muss man vorausplanen.
Aber für mich persönlich war das Auto superpraktisch, ich würde es sogar als praktisches Gadget bezeichnen. Nachts aufladen, tagsüber fahren – und man kommt immer ans Ziel.
Schnitzer-Spoiler, Frontsplitter und Spurverbreiterungen – warum ich das Auto so umgebaut habe

Der serienmäßige i3s sieht gut aus. Aber mit den originalen Schnitzer-Teilen aus Deutschland und den Schnitzer-Spurverbreiterungen sieht er ganz anders aus – sportlicher, aggressiver. Das sind Originalteile von AC Schnitzer, keine Nachbildungen.

Ich brauchte ein Alltagsauto, das dabei trotzdem wie etwas Besonderes aussieht. Der BMW i3s mit Schnitzer erfüllt diese Anforderung zu 100 %. Auf der Straße drehen sich alle nach ihm um, nicht weil er laut ist, sondern weil er anders aussieht als alle anderen.
Was passierte, als es stark schneite?
Das Drehmoment des Elektromotors steht sofort zur Verfügung – nicht erst bei 3.000 Umdrehungen, nicht erst, wenn der Turbolader hochgedreht ist, sondern sofort. Wer das einmal gespürt hat, versteht, warum Elektroautos im Stadtverkehr viele andere überholen. Dieses Auto hat Hinterradantrieb. Als es im Winter einmal stark geschneit hatte, schaltete ich alle Stabilitätskontrollsysteme aus und fuhr auf der verschneiten Straße seitwärts. Der Wendekreis des Autos ist ab Werk sehr groß, was es mir ermöglichte, in großen Winkeln seitwärts zu fahren. das hat mir sehr gut gefallen und sah ungewöhnlich aus; später habe ich mir ähnliche Drift-Videos im Internet angesehen, aber ich habe niemanden gefunden, der das schöner gemacht hätte.
Was der i3s wirklich ist – und was nicht
Nach 70.000 km sage ich ganz offen: Der BMW i3s ist eines der besten Stadtautos, die ich je gefahren bin. Nicht wegen der Reichweite, nicht wegen der Höchstgeschwindigkeit – sondern wegen der Gesamtbalance aus Preis, Komfort, Stil und Fahrspaß im Alltag. Ja, es ist kein Sportwagen, es ist kein Rennwagen. Aber es ist ein Stadtfahrzeug, das jeden Morgen einfach funktioniert, wenig kostet und dabei gut aussieht.
Und dass es einmal seitwärts gefahren ist, hat meine Liebe zu diesem Auto noch verstärkt
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