5 Fehler, die deinen BMW M2, M3, M4, M5 und M8 in der Stadt und auf der Rennstrecke ruinieren können
BMW M-Modelle gehören zu den besten Sportwagen, die man heute kaufen kann. Sie eignen sich gleichermaßen gut für den Alltag wie für sportliches Fahren auf kurvigen Straßen und Rennstrecken.

Doch im Laufe meiner langjährigen Tätigkeit im Motorsport, als Fahrlehrer und im Austausch mit BMW M-Besitzern fallen mir immer wieder dieselben Fehler auf. Manche davon verhindern schlichtweg, dass das Potenzial des Fahrzeugs voll ausgeschöpft wird, andere können zu kostspieligen Reparaturen oder sogar zu schweren Unfällen führen.
Genau aus diesem Grund habe ich beschlossen, die fünf wichtigsten Fehler zusammenzustellen, die meiner Meinung nach jeder BMW M-Besitzer kennen sollte.
1. Zu frühes Ausschalten des Stabilitätskontrollsystems (DSC)
Dies ist wohl der gefährlichste Fehler auf dieser Liste.
Jedes Jahr werden unzählige BMW M2, M3, M4, M5 und M8 buchstäblich schon wenige Tage nach dem Kauf zu Schrott gefahren. Sehr oft liegt die Ursache genau darin, dass die Stabilitätskontrolle ausgeschaltet wurde.
Moderne BMW M-Modelle verfügen über ein enormes Drehmoment, und nach dem Ausschalten der Stabilitätskontrolle kann die Situation buchstäblich in Bruchteilen einer Sekunde außer Kontrolle geraten.
Besonders gefährlich ist dies bei kalten Reifen, nassem Asphalt oder beim plötzlichen Gasgeben beim Herausfahren aus einer Kurve.

Wenn Sie noch nicht viel Erfahrung im Driften haben, ist mein Rat ganz einfach: Schalten Sie das DSC nicht aus.
Machen Sie sich zunächst gründlich mit dem Fahrzeug vertraut und lernen Sie dessen Charakter kennen.
2. Nur die Kühlmitteltemperatur im Auge behalten und die Öltemperatur außer Acht lassen
Dies ist einer der häufigsten Fehler.
Viele Besitzer glauben, dass man, sobald der Motor laut Kühlmittelanzeige seine Betriebstemperatur erreicht hat, sofort mit voller Kraft fahren kann.
Das stimmt jedoch nicht.
Das Kühlmittel erwärmt sich deutlich schneller als das Motoröl. Gerade das Motoröl schützt den Motor bei hoher Belastung, indem es Zylinderlaufbuchsen, Kolben, Nockenwellen, Turbolader und andere stark beanspruchte Teile schmiert.

Solange die Öltemperatur nicht etwa 60–70 °C erreicht hat, empfehle ich, hohe Drehzahlen und das vollständige Öffnen der Drosselklappe zu vermeiden. Doch viele beschränken sich bereits darauf und vergessen dabei einen weiteren wichtigen Aspekt.
Das Getriebe, das Achsgetriebe und die übrigen Elemente des Antriebsstrangs sind ebenfalls mit Öl gefüllt.
Im Gegensatz zum Motor werden sie kaum warm, solange das Fahrzeug stillsteht. Ihr Öl erreicht erst während der Fahrt die Betriebstemperatur.
Daher ist es ratsam, nach dem Starten des Fahrzeugs einige Minuten lang ruhig zu fahren und das Tempo dabei allmählich zu steigern.
Wenn sich nicht nur der Motor, sondern auch das Getriebe, der Antriebsstrang und das Achsgetriebe aufgewärmt haben, beginnt das Öl, seine Aufgabe voll und ganz zu erfüllen: Es sorgt für die richtige Schmierung aller Bauteile und verringert deren Verschleiß erheblich
3. Das Streben nach Leistung statt der Weiterentwicklung der eigenen Fähigkeiten
Dies ist wohl der teuerste Fehler.
Sehr viele Besitzer beginnen ihre Zeit mit einem BMW M damit, nach Möglichkeiten zu suchen, die Motorleistung zu steigern. Sie lassen ein Chiptuning durchführen oder leistungsstärkere Turbolader einbauen.
Dabei haben die meisten jedoch das Potenzial des Fahrzeugs im rein serienmäßigen Zustand noch nicht einmal annähernd ausgeschöpft.
Ein BMW M verfügt bereits ab Werk über ein enormes Leistungspotenzial. Und bevor man die Fahrleistungen des Fahrzeugs verändert, rate ich immer dazu, es so gründlich wie möglich genau so kennenzulernen, wie es von den Ingenieuren von BMW M konzipiert wurde.
Spürt zunächst das Fahrzeug im Serienzustand – wie es beschleunigt, in Kurven liegt, bremst und sich insgesamt verhält. Danach würde ich den Schwerpunkt zunächst auf das Fahrkönnen legen und erst danach eventuell zum Tuning übergehen.
Auf der Website habe ich bereits ausführlich über typische Fehler von Fahrern, die Vorbereitung des Fahrzeugs für die Rennstrecke und Fahrtechniken berichtet. Ich empfehle, sich mit diesen Materialien vertraut zu machen, bevor man Geld in die Leistungssteigerung des Motors investiert.
4. Das Bremssystem ignorieren
Ein weiterer sehr häufiger Fehler ist es, die gesamte Aufmerksamkeit auf den Motor zu richten und das Bremssystem völlig zu vergessen.
Egal wie viel Leistung ein Auto hat – sie nützt nichts, wenn man nicht sicher zum Stehen kommen kann.
Wenn Sie regelmäßig auf Serpentinenstraßen fahren, an Track-Days teilnehmen oder einfach nur sportliches Fahren mit intensiven Bremsmanövern bei hohen Geschwindigkeiten lieben, kann sich die serienmäßige Bremsflüssigkeit überhitzen.
Die Bremsflüssigkeit kann durch hohe Temperaturen überhitzen. Das Bremspedal wird weich, die Bremswirkung nimmt drastisch ab, und im schlimmsten Fall können die Bremsen fast vollständig versagen.
Genau deshalb ist es wichtig, nicht nur die Bremsflüssigkeit gemäß den BMW-Vorgaben zu wechseln, sondern auch eine Bremsflüssigkeit mit höherem Siedepunkt zu verwenden, wenn das Fahrzeug regelmäßig hohen Belastungen ausgesetzt ist.
Außerdem muss der Zustand des gesamten Bremssystems ständig überwacht werden.
Überprüfen Sie regelmäßig:
- den Zustand der Bremsflüssigkeit;
- die Reststärke der Bremsbeläge;
- die Dicke der Bremsscheiben gemäß den vom Hersteller zugelassenen Werten;
- das Vorhandensein von Rissen, Überhitzung, tiefen Rillen und anderen Beschädigungen an den Bremsscheiben.
Lies auch meinen Artikel über die Bremstechnik hier.
5. Vergessen Sie niemals, die Innenseite der Reifen zu überprüfen
Dies ist einer der am meisten unterschätzten Punkte bei BMW M-Besitzern. Die meisten Menschen begutachten nur die Außenseite des Reifens. Doch gerade die Innenseite ist meist am stärksten abgenutzt.
Aufgrund der sportlichen Radausrichtung und des großen negativen Sturzwinkels nutzt sich die Innenseite des Profils deutlich schneller ab als die Außenseite.

Besonders deutlich wird dies nach Track-Tagen, bei sportlicher Fahrweise auf Serpentinenstraßen oder beim Driften. Von außen kann der Reifen fast wie neu aussehen. Auf der Innenseite ist jedoch möglicherweise bereits die Kordlage sichtbar. Bei hohen Geschwindigkeiten kann ein solcher Reifen unerwartet versagen, was eine ernsthafte Gefahr für die Sicherheit darstellt.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Reifen zu überprüfen.
- Das Lenkrad einschlagen und die Innenseite der Vorderräder begutachten;
- mit einer Taschenlampe unter das Fahrzeug leuchten;
- ggf. das Rad abmontieren und die Innenfläche vollständig begutachten.
Vergessen Sie dabei nicht, regelmäßig den Reifendruck zu kontrollieren.
Fazit
BMW M-Modelle sind Fahrzeuge, die sowohl auf normalen Straßen als auch auf der Rennstrecke unglaubliche Emotionen vermitteln können.
Letztendlich ist die effektivste Optimierung eines jeden BMW M nicht die Steigerung der Motorleistung.
Die effektivste Optimierung ist der Fahrer am Steuer.
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